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Neues aus meiner WG

Autor: Rabea | Datum: 18 Oktober 2010, 10:07 | Kommentare deaktiviert

Neues aus der WG von Rabea, Lena und Familie Gecko!

Zur allgemeinen Info: Uns geht es hier sehr gut und sogar unser Orientierungssinn funktioniert mittlerweile- fast…

Nach einem angenehmen Wochenende bei Ibu Jekti, mit einer warmen Dusche, Unmengen von Essen und riesigen, dann jedoch getrübten Erwartungen an eine Hochzeit, haben wir uns in der letzten Woche wieder dem Indonesisch-Kurs gewidmet.

 

Voller Erwartungen (die fast dazu führten, dass wir uns neue „hässliche“ schicke Klamotten kauften  und uns den Kopf zergrübelten, ob wir wirklich ohne Geschenk hingehen können)  machten wir uns Sonntag auf den Weg ins malerische Batu, zu einer Hochzeit. So verbrachten wir 45 Minütchen völlig irritiert, aber trotzdem mit asiatischem Dauergrinsen und immer darauf wartend, wann es denn endlich anfängt, auf der „Hochzeitsparty“. Naja und dann sind wirgefahren.                                                                                                                                                            Kurz und knapp ein Ablauf einer ganz normalen indonesischen Hochzeit:

Alle Gäste haben auf ihrer Einladung stehen, von wann bis wann sie kommen können.  Man erscheint dann, in seinem „Zwei- Stündchen- Zeitfenster“, da im nächsten  „Zeitfenster“ die neue Masse an Gästen kommt und geht. Angekommen, werden der Reihe nach alle wichtigen Hände geschüttelt, die netterweise schon auf einem pompöses Podest gut angeordnet den Tag verbringen und macht dann einen exklusiven Schnappschuss mit dem scheinbar eingefrorenem Brautpaar. Der Weg führt weiter ans Buffet und von dort aus auf einen der vielen Stuhlreihen um in Reih und Glied mit dem Teller aufm Schoß, sich den Magen voll zu stopfen. Dann kassiert man sein Ohle- Ohle (ein typisches Essens-Geschenk, welches man nach jedem Zusammentreffen vom Gastgeber  bekommt) und verlässt die Feier, ohne ein Wort mit dem Brautpaar gewechselt zu haben.               

 

Unsere Vor-und Nachmittage verbringen wir bei zwei unterschiedlichen,  aber super netten „Indonesisch-Lehrerin“. Hier lernen wir außer der Sprache, das Zubereiten von gebratenen Bananen, etwas über Malangs Geschichte, indonesisches Theater und javanische Gepflogenheiten kennen. Zwar kommen wir mit dem Vokabellernen nicht hinterher, verbuchen bei der praktischen Anwendung jedoch einige Fortschritte.

Inzwischen hören wir nicht mehr nur den Islam, sondern tauchen auch tief in den christlichen Alltag ein. So waren wir diese Woche in sage und schreibe VIER Gottesdiensten (Zur Erinnerung, die Woche hat auch hier nur 7 Tage). Wahrscheinlich war es für uns diese Woche nur so häufig, weil Jeder uns einladen möchte. Trotzdem, ist es völlig normal, dass Jeder Christ jeden Sonntag zur Kirche geht. Dafür stehen auch die Kinder und Jugendlichen gerne am einzigen  freien Tag der Woche um halb Fünf auf. Außerdem  gibt es hier für jede Altersgruppe einen großen, intensiven,  wöchentlichen Hauskreis ("Hausgottesdienst"). Wir verstehen teils zwar noch keinen wirklichen Inhalt, nehmen aber gerne an der Gemeinschaft teil. Übrigens gibt es hier auch jedes Mal ein Ohle-Ohle.

 

Etwas, was vielleicht gar nicht an dieser Stelle passt,  uns aber 24 Stunden am Tag ins Auge springt und unser kleines „grünes Herz“ sehr belastet, ist die krasse Umweltverschmutzung!Hier gibt es weder Mülltrennung oder öffentliche Mülltonnen, noch den Sinn für Sauberkeit außerhalb der eigenen Vierwände. So landet der Müll auf der Straße, im Park, im Fluss, eben genau an der Stelle, wo er einem lästig wird. Und geschieht dies im Bus, wird der Müll einfach vor die Kühlerhaube des nebenan fahrenden Wagens geschmissen. Wenn dann gemerkt wird, dass doch ein bisschen viel Müll herumliegt, wird dieser einfach an Ort und Stelle verbrannt (egal was)! Außerdem wäre es ja völlig absurd mal den Motor auszustellen, wenn man auf einem Parkplatz steht und fünf bis zehn Minuten wartet…               

 Mit unserem grünen Daumen können wir hier also (leider) noch Niemanden überzeugen.

Wir haben aber einiges mit unseren neuen indonesischen Freunden und Bekannten gemeinsam:den Spaß an Gemeinschaft, die Liebe zum Essen und gegenseitiges Interesse J       Nur unser Humor, kommt noch nicht auf einen gemeinsamen Nenner.  Der Sinn für Ironie, ist genauso wenig vorhanden, wie der Sinn für Umweltschutz. Deswegen, sind wir froh noch ca. drei Wochen zusammen zu sein.

 

Ein freudiges und frohgesinntes „Bis bald“ aus dem immer sonnigen und gut behüteten Indonesien,

 Eure Rabea 

Ps: Liebe Grüße auch von unseren Mitbewohnern der Geckofamilie, die täglich größer wird.